Generation Z und Finanzen
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Ist die Generation Z gut in Finanzthemen?

Ihr Zuhause ist Instagram und YouTube. Mit Handys und Tablets kommen sie wunderbar zurecht. Apple Music wurde quasi schon im Bauch gehört. Somit müsste die Generation Z was Kryptowährung und Co betrifft, bestens vorbereitet sein, oder? Naja….

Finanzen sind schon anstrengend genug, jedoch wird es noch anstrengender, wenn ich Ihnen sage, dass jede Generation einen anderen Anspruch an ihre Finanzen haben sollte. Umgang mit Finanzen ändert sich von Generation zu Generation und das nicht immer zum Guten. Sie sind Generation Z und von 1995 bis 2010 geboren? Dann erklärt Ihnen dieser Blog-Beitrag, welchen Anspruch Sie statistisch an Finanzen haben und was Sie alles falsch machen finanziell.


Denn jemand, der praktisch mit dem Internet aufgewachsen ist, steht vor anderen Herausforderungen als jemand, der auch ohne Internet gelebt hat. Die Generation Z beispielsweise ist mit dem Internet, den Smartphones und Tablets geboren. Sie folgt auf die Generation Y. Auf die Generation Z folgt übrigens die Generation Alpha. Eine absolut klare Trennung der Generationen ist nicht möglich, die Übergänge sind fließend.

Welche Unterschiede hat die Generation Z zu anderen Generationen?

Generation Z und Finanzen

Professor Dr. Klaus Hurrelmann von der Hertie School of Governance hat beide Generationen finanziell unter die Lupe genommen. Beide Generationen haben ähnliche wirtschaftliche Probleme vor sich und gehen diese ähnlich an. Sein Fazit:

„Insgesamt haben die Unter 30-Jjährigen im Generationenvergleich schlechtere Karten. – wenn wir die 20 Prozent einmal ausnehmen, die viel erben werden. Die Einkommen sind strukturell niedriger bei höheren laufenden Kosten und keiner Absicherung im Alter. Im Allgemeinen können sie es sich nicht leisten, groß zu sparen, obwohl sie wissen, dass sie es tun müssen – weil ihnen die Altersvorsorge wegbricht.“

Doch was zeichnet die Generation Z eigentlich aus? Laut der Studie „Junge Deutsche 2019“ haben 43 Prozent Angst vor der finanziellen Zukunft. 51 Prozent sind zufrieden mit ihrer finanziellen Situation. 49 Prozent der Generation Z fühlen sich finanziell abgesichert in der Zukunft. Der Durchschnitt hat gut 600 € im Monat zur Verfügung.

Generation Z kann sich einfach nicht entscheiden


Generation Z und Finanzen

Dadurch, dass diese Generation mit dem Internet aufgewachsen ist, ist sie immer online. 98 Prozent der 14- bis 17-Jährigen, besitzen ein Smartphone oder einen Tablet-PC. Es ist ganz normal, bei Unwissenheit zu googeln, anstatt die Eltern zu fragen. 83 % informieren sich im Internet, indem sie etwa Zeitung lesen oder Informationsportale besuchen.

Doch dies hat nicht immer Vorteile. Durch die Informationsflut, fällt es der Generation Z schwerer Entscheidungen zu treffen. Nehmen wir das Beispiel der Urlaubsplanung. Früher bin ich ins Reisebüro gegangen und habe aus 5 Alternativen entschieden. Mit Check24 und Co. haben wir es deutlich schwerer. Dies führt dazu, dass diese Generation extrem unverbindlich ist. Ob es um Jobs oder Kaufentscheidungen geht, diese Generation lässt sich lieber Zeit, bis was Besseres kommt.

Die fünf häufigsten Doings für die Altersvorsorge der Generation Z sind somit Sparprodukte (79 %), Rentenprodukte (23 %), Erbschaften(19 %), Aktien/Fonds (13 %) und Lebensversicherungen (12 %).

Warum diese Generation finanzielle Fehlentscheidungen trifft

Es überrascht daher nicht, dass 90 Prozent der Generation (wie der überwiegende Teil der restlichen Bevölkerung) Sicherheit als wichtiges Gut bezüglich ihrer Geldanlage empfindet. Trotzdem besitzt der Großteil der Generation noch klassische Sparbücher, was aufgrund von Inflation und Verwahrentgelten keinen 100 prozentigen Werterhalt verspricht.


Doch warum handelt diese Generation so paradox?

Eine Studie der North Light Research ging diesem Paradoxon auf den Grund und fand Folgendes heraus. Obwohl die Generation Z zumindest ein Grundinteresse an Finanzthemen aufweisen, ist deren finanzielle Allgemeinbildung beziehungsweise die Finanzkompetenz nicht stark ausgeprägt. Demnach braucht diese Generation durchschaubare Produkte, Beratung auf „Augenhöhe“ und vorwiegend Kommunikation über digitale Kanäle.

Finanzwissen gehört halt immer noch nicht zum Standardlehrplan an Unis und auch der Uni Coach fehlt immer noch. Eine Studie des Fintech-Ökosystems finleap fand heraus, dass diese Generation zwar recherchiert, aber auch schnell aufgibt. Informationen für Finanzentscheidungen sind zwar verfügbar, aber oft zu abstrakt.

Reelle Beziehungen fallen zunehmend schwer

Generation Z und Finanzen

Weiterhin fällt es dieser Generation zunehmend schwer, Beziehungen aufzubauen. Durch das hauptsächlich digitale Leben halten reale Beziehungen meist nicht lange stand. Vertrauen aufzubauen, fällt da oft schwer.
Durch das fehlende Vertrauen besitzt diese Generation eine kritische Grundhaltung gegenüber Finanzdienstleistern.


Dies ist grundsätzlich nicht schlecht, da sich diese Zielgruppe so intensiver mit der Thematik beschäftigen. Vielleicht tut sie das auch manchmal zu genau und tut lieber gar nichts, als was falsch zu machen. Denn Finanzdienstleister können nur unterstützen, wenn die Angebote die spezifische Lebenssituation der Generation Z widerspiegelt.


Weiterhin sollte die Autonomie bewahrt werden. Werte, wie Gemeinwohlorientierung, Nachhaltigkeit und ethische Geschäftspraktiken sind für diese Generation wichtige Themen.

Trotzdem sprechen gerne 50 Prozent der akademischen Generation Z gerne über Geld. Aufgrund dessen ist diese für Finanzdienstleister eine zukunftsträchtige, aber keine einfache Zielgruppe für Finanzberatung.


Denn diese Zielgruppe springt nicht auf jeden Trend an und prüft genau, welches Angebot passt. Diese Zielgruppe hat (mehr als alle anderen Generationen) den Wunsch, finanziell unabhängig zu werden. Was sehr lustig erscheint, da diese Generation noch sehr weit weg von diesem Traum ist.

Sprechen Sie nicht mit Ihren Eltern über Finanzen

Diese Generation hat somit mehr Druck als alle anderen Generation Vermögen aufzubauen. Denn diese Generation kennt nur die Niedrigzinsphase. Das war bei den Generationen vorher anders. Unsere Großeltern und Eltern waren teilweise mit 5 Prozent auf Sparbüchern beglückt. Wenn ich aber etwas seit Geburt kenne, bereitet es mir keine Sorgen mehr. Heißt diese Generation macht oft alles so wie die Eltern, holt sich Sparbücher und versteht nicht, dass dies finanziell sehr unvorteilhaft ist.

Hurrelmann fasst dies noch einmal zusammen:

„Diese jungen Leute orientieren sich in ihrem finanziellen Verhalten immer noch sehr an ihren Eltern und deren Beratern – das sind die wichtigsten Quellen. Sie haben zwar die digitalen Möglichkeiten an der Hand, aber im Internet einzuschätzen, was vertrauenswürdig ist und was nicht, fällt schwer.“


Wen fragt man sonst so bei Finanzfragen, wenn ältere Generationen nicht mehr helfen könnten? Natürlich die eigene Peer Group also Freunde und Gleichaltrige. Jedoch sind diese meist genau so überfordert.

Übrigens war auch immer der Wunsch nach Flexibilität und Einfachheit da. Finanzprodukte jedoch passen sich nicht den Generationen an, im Gegenteil je einfacher der Wunsch der Leute, desto komplexer werden die Produkte und daher ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass Fehler begangen werden.


Weiterhin sind die meisten Produkte, die Flexibilität ausstrahlen (z. B. Kombiprodukte) oftmals sehr teuer und nicht wirklich hilfreich beim Erlangen der finanziellen Freiheit.

Sie haben sich bei manchen Stolpersteinen wiedergefunden und wollen Ihr Finanzmindset aufpäppeln? In unserem Blog-Beitrag „Studium finanzieren“ zeigen wir Ihnen, wieso Akademiker häufig nach dem Studium ein negatives Finanzmindset ins Berufsleben bringen.

Quellen

https://www.nordlight-research.com/de/publikationen/presse/presse-detail/generation-z-eine-attraktive-und-zugleich-kritische-zielgruppe-f%C3%BCr-finanzdienstleister.html

https://bankenverband.de/newsroom/reden_und_interviews/jugendstudie-2015-wirtschaftsverstandnis-finanzkultur-und-digitalisierung/

https://www.comdirect.de/cms/ueberuns/de/presse/jugendstudie-ueber-geld-spricht-man-nicht.html

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