Akademiker Frauen Teil 3/3 – academic gender pay gap

academic gender pay gap
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Info: In den ersten beiden Teilen der Serie extra für Akademiker Frauen haben wir uns mit der Frage beschäftigt, wo Akademiker Frauen überall finanziell benachteiligt werden. Sie finden die Übersicht hier. Nun geht es um den Geldverbrenner schlechthin für akademische Frauen, den academic gender pay gap.

Was bisher geschah

In Teil 1 haben Sie Anna kennen gelernt, die durch einseitige Familienplanung und fehlendem Finanzwissen im Alter von 50 Jahren mit nichts da stand. Ihre Rente war gering und sie konnte nach der Scheidung das gemeinsame Haus nicht alleine halten und musste es ihrem Ex-mann und seiner neuen Freundin überlassen.

Sowas tut weh, ist jedoch trauriger Alltag in vielen akademischen Haushalten. Akademiker Fibel schlug vor, dass jede akademische Frau sich selbst Finanzwissen aneignen muss, um zukünftig solche schmerzlichen Erfahrungen zu vermeiden. Teil 2 zeigte, dass selbst wenn akademische Frauen sich selbst um ihre Finanzen kümmern, es neue Hindernisse zu überwinden gibt.

Denn akademische Frauen erhalten schlechtere Finanzberatung als Männer. Dies kann enthebelt werden, sobald sich weiteres Finanzwissen angeeignet wird. Damit kann eine akademische Frau schlechte Finanzberatung früher erkennen und tätig werden.

Im letzten Teil des Kapitels erfahren Sie von einer weiteren Gegebenheit, in der Frauen finanziell benachteiligt werden. Akademiker Fibel hält das Beste halt bis zum Schluss auf. Wir stellen Ihnen die finanzielle Benachteiligung vor, die Ihnen im Erwerbsleben Millionen von Euro kosten könnten.

Akademische Frauen verlieren Geld durch die academic gender pay gap

academic gender pay gap

Vielen Akademikern wird die Gender Pay Gap ein Begriff sein. Hierfür gibt es jedes Jahr einen bestimmten Tag, an dem dieser besondere Tag geehrt wird. In 2022 war dies der 17. März. Am 17. März war Equal Pay Day Bis zu diesem Tag arbeiten Frauen im Vergleich zu Männern umsonst.

Die Gender Pay Gap beschreibt das geschlechtsspezifische Lohngefälle zwischen Männern und Frauen. Das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen ist ein Zeichen für mangelnde Gleichbehandlung. Frauen verdienten demnach im Jahr 2020 im Durchschnitt 18 % weniger pro Stunde als Männer. Die Unterschiede in Westdeutschland (und Berlin) waren mit 20% deutlich größer als in Ostdeutschland (6%).

Dies hat unter anderem folgende Gründe

• Frauen sind durch Sozilation bescheidener und geben sich mit weniger zufrieden

• Frauen übernehmen die Care Arbeit der Kinder und sind öfter in Teilzeit beschäftigt (Familienentscheidungen)

• Frauen sind öfter in schlechter bezahlten sozialen Berufen beschäftigt

• Frauen sind seltener in besser bezahlten Führungsebenen unterwegs

Interessant beim letzten Punkt ist, dass selbst wenn Frauen sich entscheiden eine Führungsposition zu übernehmen, diese immer noch schlechter bezahlt sind, als Männer. Der Gender Pay Gap steigt sogar, wenn nur Gehälter in Führungspositionen verglichen werden.

Wie Akademische Frauen unter der academic gender pay gap leiden

academic gender pay gap

Dies bedeutet, dass es für Frauen in Deutschland nicht gut aussieht. Gehen wir jedoch noch einen Schritt weiter und betrachten allein akademische Frauen könnte man meinen, dass es hier rosiger aussieht. Nun ja, keine Rosen. Die Katastrophe fängt bei akademischen Frauen schon im Studium an.

Die brandaktuelle Studie von Boll er al. (2022) untersuchte das geschlechtsspezifische Lohngefälle bei der Beschäftigung von Hochschulstudenten. Die Forscher verwendeten Daten einer groß angelegten Studentenbefragung in Deutschland.

Diese Befragung enthält umfangreiche Informationen zu

• Beschäftigung
• sozioökonomischem Hintergrund
• Lebenssituation
• Studienmerkmalen
• schulische Leistungen
• Persönlichkeitsfaktoren

Betrachtet werden unter anderem Unterschiede in den Studienfächern und den Berufstypen, die männliche und weibliche Studierende ausüben. Die Studie stellte ein unbedingtes geschlechtsspezifisches Lohngefälle bei den Stundenlöhnen von etwa 6 % fest.

Ferner finden sich große Unterschiede im Lohngefälle zwischen den verschiedenen Arbeitsplatztypen sowie signifikante geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Auswahl dieser Arbeitsplatztypen: Männer arbeiten eher in Berufen, die mit ihrem Studium zusammenhängen, während Frauen eher Berufe ausüben, die weniger oder keine Fachkenntnisse erfordern.

Andere Studien (Kleven et al. (2019) und Butikofer et al. (2018)) unterstützen das Argument, dass auch bei akademischen Frauen Familiengründungsentscheidungen der Grund für das Lohngefälle sind. Kleven et al. (2019) gehen sogar noch weiter und argumentieren, dass akademische Frauen, die zu Hause bleiben hierfür rund 20 Prozent an späterem Gehalt einbüßen.

Diese Entscheidungen gehen über den Abschluss hinaus und ziehen sich sogar bis in das Berufsleben der akademischen Frauen. Erleben bereits Studierende geschlechtsspezifische Lohnunterschiede, kann dies frühzeitig zu Statusvorstellungen und sozialen Konstruktionen beitragen, die langfristig die Lohnungleichheit zwischen den Geschlechtern fördern (Auspurg et al., 2017).

Schützen Sie sich vor der academic gender pay gap

academic gender pay gap

Diese Studien zeigen glasklar: Es existiert eine Academic Gender Pay Gap und sie fällt nicht geringer aus, als die Gender Pay Gap. Demnach ist dieses Thema hochrelevant für akademische Frauen. Ferner entwickelt sich diese Gap schon in Studienjahren. Bedeutet, dass Jobs im Studium einen Einfluss auf das Gehalt später im Berufsleben haben. Ich hoffe ich konnte Sie sensibilieren für das einzustehen, was Ihnen zusteht liebe Leserin. Halten Sie die drei Blog-Beiträge immer im Hinterkopf, sobald Sie Entscheidungen treffen, die Einfluss auf Ihre finanziellen Gegegebheiten nehmen.

Denn so schnell werden Ungleichheiten zwischen akademischen Frauen und Männern nicht ausgeglichen. Auch der Equal Pay day wird Sie nicht retten, liebe Leserinnen. Sie alleine können sich retten, indem Sie sich Finanzwissen aneignen, finanzielle Entscheidungen alleine treffen und den Weg zur finanziellen Unabhängig selbstständig planen. Akademiker Fibel möchte Sie dabei mit diesem Blog unterstützen.

Wir versprechen dies hier ist der letzte Teil der Serie….erstmal.

Kannten Sie schon die Gender Pay Gap? Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg beim Erreichen der finanziellen Unabhängigkeit!

Quellen:

https://www.destatis.de/EN/Themes/Labour/Labour-Market/Quality-Employment/Dimension1/1_5_GenderPayGap.html (aufgerufen am 15.08.2022 um 19:30 Uhr)

Boll, Paul David, Lukas Mergele, and Larissa Zierow. „The gender pay gap in university student employment.“ Empirical Economics (2022): 1-61.

Kleven, Henrik, Camille Landais, and Jakob Egholt Søgaard. „Children and gender inequality: Evidence from Denmark.“ American Economic Journal: Applied Economics 11.4 (2019): 181-209.

Bütikofer, Aline, Sissel Jensen, and Kjell G. Salvanes. „The role of parenthood on the gender gap among top earners.“ European Economic Review 109 (2018): 103-123.

Auspurg, Katrin, Thomas Hinz, and Carsten Sauer. „Why should women get less? Evidence on the gender pay gap from multifactorial survey experiments.“ American Sociological Review 82.1 (2017): 179-210.

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