5 Gründe für eine Absage vor Vorstellungsgespräch

Absage vor Vorstellungsgespräch
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Eine Absage vor Vorstellungsgespräch tut weh, vor allem wenn man solche Zeilen ließt:

„Auch wir mussten eine Auswahl treffen und haben uns entschieden mit jemanden weiter den Weg zu gehen, dessen Qualifikationen besser zu uns passt.“

Jeder Personaler in Deutschland, immer

Diesen Satz durfte ich über 100 Mal lesen, während meiner Bewerbungsphasen. Er riss sich immer wie ein Dolch durch mein Herz. Nicht weil ich mal wieder eine Absage noch vor dem Vorstellungsgespräch erhalten habe, nein es wurde mit dem gleichen Standardtext gearbeitet, wie so viele Unternehmen in Deutschland nutzen. Dabei fragen wir uns doch immer was wir falsch gemacht haben. Erfüllen wir doch jeden Punkt in der Stellenausschreibung. Was ist hier schiefgelaufen?

Warum Absagen noch vor dem Bewerbungsgespräch meist nichts mit Ihnen zu tun haben
Mein Praktikum in einer Personalabteilung dazu war ernüchternd und gleichzeitig erleuchtend. Ich solle bloß nicht zu viele Informationen geben, da Bewerber sonst klagen könnten. Daher gibt es immer wieder diese Standardfloskel, dass jemand gewählt wurde, dessen Qualifikation besser passt. Würde sich auch dumm anhören, wenn mich jemand nicht einstellt, weil er mich nicht sympathisch findet oder die beste Freundin vorgezogen wird.

Tun Sie sich also selbst einen Gefallen und hören Sie auf wochenlang hinterher zu telefonieren. Bei meinen Bewerbungen wurde ich immer innerhalb der ersten zwei Wochen telefonisch kontaktiert oder habe Wochen später eine schriftliche Absage erhalten. Fragen Sie sich daher zu aller erst, welche Gründe gegen Sie sprechen könnten. Denn optimierte Bewerbungsunterlagen sind nach wie vor der Türöffner für Ihre Karriere. Es garantiert Ihnen jedoch noch lange nicht Ihren Traumjob.

Daher habe ich im folgenden fünf Gründe zusammenfasst, wieso Sie nicht zu Vorstellungsgesprächen eingeladen werden. Sie werden staunen, wie politisch manche Gründe doch sind.

5 Gründe, wieso Sie noch vor Vorstellungsgespräch eine Absage erhalten

1. Die Personalabteilung arbeitet zu schlampig

Als ich mich einmal für eine Traineestelle im Personalbereich beworben habe, wurde mir abgesagt. Ich rief also an, um den Grund zu erfahren. Eine sehr freundliche Mitarbeiterin erklärte mir, dass Sie jeden aus selektieren, der einen schlechteren Bachelordurchschnitt als 2,5 hat (ich hatte 2,7). Meinen Master von 2,2 interessierte dort wohl niemanden. Die Information, die die Dame mir allerdings danach gab, was vielversprechend. Es haben sich über 600 Leute beworben. Als ich gefragt habe, ob sie diese Bewerbungen alleine prüfe bejahte sie dies.

Somit können auch Personalabteilungen überfordert sein. Vor allem sehr beliebte Abteilungen, wie die Personalabteilung, können sich manchmal nicht vor Bewerbern retten. Daher werden die hunderte Bewerbungen dem Praktikanten anvertraut, der eine Vorauswahl trifft. Sie können also auch Pech haben, wenn Ihr Gesicht nicht gefällt.

Überprüfen Sie Ihren Onlineauftritt

Tipp: Viele Personalverantwortliche öffnen Ihre Bewerbung heutzutage über das Handy, prüfen Sie somit die mobile Sicht Ihrer Bewerbung. Des Weiteren werden Sie im Anschluss oft gegoogelt. Googeln Sie sich selbst, um herauszufinden, wie Ihr Online Fußabdruck aussieht. Stellen Sie sicher, dass Ihr LinkedIn- / Xingprofil nicht wie Ihr Lebenslauf aussieht. Dies ist Ihre digitale Visitenkarte. Branden Sie Ihre Bewerbung nach Studium, um eine Absage vor dem Vorstellungsgespräch zu vermeiden.

2. Sie erfüllen offene Anforderungen nicht

Die geforderten Qualifikationen in einer Stellenanzeige sind hierarchisch geordnet. Die ersten zwei bis drei Anforderungen erweisen sich meist als fachliche Qualifikationen. Diese müssen erfüllt sein, um in die engere Wahl zu kommen. Wenn beispielsweise ein Masterstudium gefordert wird, sollte dies auch vorliegen.

Nur bei berufsrelevante Erfahrung gibt es Ausnahmen. Laut meiner persönlichen Erfahrung bedeutet einschlägige Berufserfahrung, dass Sie sozialversicherungspflichtig in dem Job gearbeitet haben müssen. Wird das einschlägig weggelassen, prüfen Sie, ob Sie durch Praktika, Werkstudententätigkeit o. Ä. auf die Erfahrung kommen. Mein zweiter Job nach Abschluss (mit 1,5 Jahren Berufserfahrung) kam direkt mit einem Senior Titel. Wie ich das geschafft habe? Ich konnte im Lebenslauf, sowie im späteren Vorstellungsgespräch darlegen, dass ich mir die erforderlichen Kenntnisse bereits im Studium angeeignet habe.

3. Sie erfüllen verdeckte Anforderungen nicht

Es gibt verdeckte Anforderungen an die Stelle, die Sie nicht durch die Stellenbeschreibung ausfindig machen können. Dies können Sie durch eine Recherche herausfinden. Wie ist das Unternehmensklima, wie ist die Sprache, was ist dieser Firma bei ihren Mitarbeitern wichtig?

Tipp: Falls Sie einen Ansprechpartner haben, rufen Sie vor jeder Bewerbung an und erkundigen Sie sich. Befindet sich die Firma gerade im Wachstum, können Sie diese Dynamik im Anschreiben spiegeln (Pacing), um den Fit in die Firma zu entsprechen.

4. Sie präsentieren Ihren Nutzen nicht.

Das Unternehmen schickt daher die Absage noch vor dem Vorstellungsgespräch
Im Internet kursiert die Information, dass sich Personaler im Durchschnitt 6 Sekunden Zeit nehmen für jede Bewerbung. Da ich keine wissenschaftliche Studie in dem Zusammenhang finden konnte, lasse ich die Zahl im Raum stehen. Sollte dies allerdings wirklich so sein, sollte Ihre akademische Bewerbung lupenrein sein. Denken Sie immer dran, Akademiker haben eigene Ansprüche an Ihre Bewerbungsunterlagen. Der Personaler muss daher in den ersten Sekunden sehen, welche Wert Sie für das Unternehmen haben.

Besitzen Sie zu mindestens alle fachlichen Qualifikationen? Super, jetzt gehen wir einen Schritt weiter. Einzig zu erwähnen, dass Sie diese Erfahrung haben reicht nicht. Betonen Sie immer den Nutzen, den das Unternehmen durch diese Erfahrung erhält. Recherchieren Sie vor welcher Herausforderung Ihr Wunscharbeitgeber gerade steht. Eventuell existieren Probleme für die gesamte Branche und Sie können Ihrem Wunscharbeitgeber dabei helfen einen Schritt voraus zu sein?

So nicht: Ich habe jahrelang im Vertrieb der Mustermann GmbH gearbeitet und habe so viel Erfahrung im Verkauf von Dienstleistung xy gesammelt.

Besser: Durch meine jahrelange Erfahrung im Vertrieb der Mustermann GmbH besitze ich praktische Kenntnisse im Verkauf von Dienstleistung xy. In Ihrer Firma möchte ich dieses Wissen anwenden, um Ihre Umsätze in den Bereich z nachhaltig zu steigern.

5. Die Stelle wird sowieso anders oder gar nicht besetzt

Bevor ich hier meine Erfahrung teile möchte ich eines sicherstellen. Diese Vorgehensweise ist nicht die Norm. Es existieren Unternehmen und Abteilungen, die so vorgehen. Behörden beispielsweise sind verpflichtet, Stellen öffentlich auszuschreiben (§ 8, Absatz 1 Satz 1-2, Bundesbeamtengesetz). Sehr oft, wissen Personaler jedoch schon vor Ausschreibung, dass sie die Stelle intern besetzen, da dies viele Vorteile bringt. Unternehmen und Prozesse sind beispielsweise bereits bekannt. Somit werden Stellen ausgeschrieben, bei denen Sie nie eine Chance haben. Ich selbst habe diese Erfahrung während meines Praktikums bei einer Behörde machen dürfen. Die Stelle wurde ausgeschrieben. Danach wurde das obligatorische Vorstellungsgespräch mit dem internen Bewerber geführt. Der Rest hat 2 Wochen später die schöne Standardabsage erhalten, autsch!

Manchmal bewerben Sie sich auch einfach zu spät. Sollte die Stelle schon mehrere Tage in bekannten Portalen veröffentlicht sein, bewerbe ich mich erst gar nicht. Ich hatte immer 10 verschiedene Benachrichtigungen für neue Stellenanzeigen. Somit war meine Bewerbung immer einer der ersten, die bei den Unternehmen eingetrudelt sind.

Weiterhin schalten Unternehmen Anzeigen für Stellen, die noch gar nicht freigegeben sind. Hierfür warten die Personalabteilungen dann auf die Freigabe des Betriebs- oder Personalrates oder des jeweiligen Managers. Erfolgt keine Freigabe, wird die Stellenanzeige kommentarlos entfernt. Andere Unternehmen schalten ferner Stellenanzeigen in klassischen Portalen, um Erfolg und Wachstum zu signalisieren (WAS?!). Sie tun dies, wenn nicht mal Bedarf besteht.

Mit dem Gesetz des Durchschnitts sind Ihnen Absagen vor dem Vorstellungsgespräch egal

Tipp: Nutzen Sie in diesem Zusammenhang das Gesetz des Durchschnittes. Dieses Gesetz besagt, dass mit Erhöhung der Versuche auch die Wahrscheinlichkeit eines Erfolges steigt. Dies bedeutet, dass Sie Ihre Bewerbungen einfach erhöhen und weiter streuen. Somit kann es Ihnen egal sein, ob Sie Absagen bekommen. Einladungen erhöhen sich nämlich automatisch.

Verlassen Sie sich im weiteren Verlauf Ihrer Bewerbungen nicht nur auf klassische Stellenanzeigen. Finden Sie immer noch nichts und es sichtet sich Studium kein Job? Bewerben Sie sich nicht wie jeder Zweite und nutzen Sie den verdeckten Stellenmarkt. Dort sind alle attraktiven Positionen, die noch nicht oder nie in klassischen Portalen veröffentlicht werden. Diesen können Sie finden, wenn Sie Personalfirmen, Headhunter und Netzwerke einschalten.

Viel Erfolg beim Finden Ihres Traumjobs!

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